In einem Jahr wird man das erste Resümee ziehen und Analysen machen, was sich verändert hat, welcher Verlust entstanden ist und wie Apple sich als Firma weiter entwickelt hat.
Es ist erstaunlich was ein einzelner Mensch bewirkt und auslöst. Der Tod von Steve Jobs bewegt, obwohl wir ihn ja gar nicht kennen. Das Synonym von Steve Jobs und Apple. Man könnte das Gefühl bekommen, dass Apple einen einzigen Mitarbeiter hat und dies obwohl es deren ca. 46’000 sind.
Traurig, dass Steve Jobs so früh sterben musste und seine Familie, Freunde und sein Leben nicht länger geniessen konnte.
Und was wird aus Apple?
Ich muss ja gestehen, dass ich ein später Bekehrter war. Ich bin Dipl. Informatiker, beschäftige mich seit mehr als 15 Jahre mit der Entwicklung und Einführung von Computer-Systemen. Ich hatte fast alle Generationen von Smartphones, gestartet mit Nokia und anschliessend mit Microsoft weiter gemacht. Macht ja Sinn wenn auf dem PC alles Microsoft ist, dies auch auf dem mobilen Gerät einzusetzen. Und dann vor nicht langer Zeit, immer noch mit einem HTC, habe ich mir die Vorträge der Microsoft Konferenz in Barcelona angeschaut und bin anschliessend in den Apple Laden und habe mir das erste iPhone gekauft.
Heute interessiert mich nicht mehr die Technologie, sondern die Lösung welche von Menschen verwendet wird.
Zurück am Arbeitsplatz war das iPhone nach 30 Sekunden synchronisiert, up and running. Ok, ich konnte nicht so viel Einfluss auf das Ganze nehmen, ich habe die TCP/IP Einstellungen und sonst noch einiges Technisches gesucht. Nicht gefunden und na ja, habe ich das jemals gebraucht? Und ja, spätestens jetzt war ich ein Bekehrter.
Den privaten PC habe ich schon lange mit Mac ausgetauscht. Nicht nur weil sie besser in die Wohnung passen, sondern weil sie um einiges langlebiger sind. Ok, ich habe hierfür noch keine passende Erklärung. Aber Tatsache ist, das mein Mac-Air einfach läuft und läuft und läuft. Immer gleich stabil und gleich schnell. Und was ist mit meinem PC im Geschäft. Ich denke, der läuft jeden Abend langsamer als am Morgen. Ich kann wirklich zuschauen. Obwohl ich mit dem PC auch nicht mehr mache als mit meinem Mac. Ausser dass es gewisse Programme (Beispiel: MS Project) für den Mac nicht gibt und meine Dokumente bei Kunden identisch aussehen und funktionieren müssen.
Und da ist natürlich das iPad. Das Gerät (der Begleiter) das ich mit Abstand am Meisten verwende und das mich immer begleitet – ging das mal ohne? Ich hatte das Glück, eines der ersten iPad’s zu ergattern und ich habe das seinerzeit meiner Partnerin geschenkt. Sie hat sich natürlich höflich bedankt und ziemlich schnell gefragt, für was sie das denn brauchen würde. Ok, es ist hübsch, handlich – und für was zu gebrauchen? Heute ist es auch bei ihr das Gerät, das sie am meisten verwendet und ich werde bei jedem Generationswechsel das Neuste kaufen.
Mit einer eigenen Firma habe ich mir schon so manche Gedanken zu Apple gemacht. Wer wünscht sich das nicht, dass er Schlange vor seinem Geschäft hat, nur weil ein bisher schwarzes Produkt in weiss erhältlich ist. Das Käufer tagelang vor dem Geschäft campieren und dann noch monatelang warten.
Was für eine Symbiose von Einfachheit, Designe das der Mehrheit gefällt, Funktionalität, Nutzen, technischer Machbarkeit, technologischer Verfügbarkeit und einfach das richtige Momentum. Nicht nur einmal, sondern bereits ein paar Mal nacheinander.
Wie wird das weiter gehen? Ist das möglich ohne die charismatische Persönlichkeit von Steve Jobs? Kann ein einzelner Mensch einen solchen Einfluss haben? Irgendwie befürchte ich, dass man in ein paar Jahren den 5.10.2011 als den Wendpunkt definieren wird, an dem Apple langsam und schleichend an Bedeutung verloren hat. Ich hoffe und ich wünsche es mir, dass Apple weiterhin die Welt ein wenig verändert und uns weiterhin inspiriert und zum Staunen bringt. Zeigt was möglich ist.

